Ein Artikel aus dem Jahr 2000!

«Mit drei Schritten zum Atomausstieg» – So der Titel zur folgenden Erklärung.
Was hat sich seither verändert? Wo stehen wir heute? – Fragen drängen sich auf, Antworten sind gefragt!

1. Die 250000 Elektroheizungen in der Schweiz verbrauchen im Winter die Hälfte des Atomstroms. Diese Elektroheizungen, die nach und nach ersatzbedürftig werden, können durch effizientere Heizsysteme ersetzt werden. Optimal ist der Ersatz durch Holzheizungen oder Wärmepumpen. Wenn ein Heizungsersatz nicht in Frage kommt, können durch die Wärmedämmung von Dach, Kellerdecke oder Fenster 30 bis 50% Strom eingespart werden. Eine weitere Einsparmöglichkeit besteht im Einbau eines Zusatz-Holzofens, zum Beispiel eines Cheminéeofens. Ein Viertel des Atomstroms kann so ersetzt werden.

2. Mit Licht verbrauchen wir einen Drittel des Atomstroms. Hier bieten Energiesparlampen, neue gut designte Energiesparleuchten und automatische Lichtregulierungen grosse Verbesserungsmöglichkeiten. Neben kleinerem Stromverbrauch kann mit neuen Leuchten auch eine bessere Lichtqualität und ein angenehmeres Raumklima erreicht werden. Der grösste Teil des Lichtstroms kann so eingespart werden.

3. Überall, wo heute Wärme erzeugt wird, kann in Zukunft auch Strom produziert werden. 750000 Heizkessel heizen unsere Wohnungen und Büros. Jedes Jahr werden rund 35 000 dieser Heizkessel ausgewechselt. Wenn ein Viertel dieser Kessel durch Blockheizkraftwerke (BHKW) ersetzt wird, kann schon in zehn Jahren der restliche Atomstrom durch dezentral erzeugten Strom ersetzt werden. In einem BHKW wird gleichzeitig Strom (ein Drittel) und Wärme (zwei Drittel) produziert. Die eingesetzte Energie kann in BHKW vollständig genutzt werden. Damit die dezentrale Stromproduktion kein zusätzliches C0² erzeugt, sollten die Gebäude mit neu installierten BHKW gleichzeitig wärmetechnisch verbessert werden.

Vorläufig schläft die schweizerische Energiepolitik im Bereich Wärmekraftkopplung: Ein hochkarätiges Klein-BHKW für Ein- und Mehrfamilienhäuser wurde vor zwei Jahren in Biel entwickelt. Aus Desinteresse von offizieller Seite und wegen mangelnder Risikobereitschaft der Geldgeber wird dieses Klein-BHKW jetzt in Deutschland produziert. Mit dem EU-Zertifikat dürfte es schon bald zu einem attraktiven Exportschlager werden.

Politische Zeichen setzen
Damit die Erdölmultis den eingeschlagenen Solarpfad wirklich konsequent beschreiten und die Energieverschwendungswirtschaft zu einer Energieeffizienzwirtschaft wird, müssen klare politische Zeichen gesetzt werden.

(aus: Energiezukunft Schweiz. Nichts ist unmöööglich!, Heini Glauser, Ex-Vizepräsident Schweiz. Energiestiftung SES, Stiftungspräsident Greenpeace Schweiz, greenpeace Ausgabe 2/00 vom Juni 2000)

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